Chinesisches Neujahrsfest 2020

Symbolbild zum Chinesisches Neujahrsfest 2020

Am Samstag den 25. Januar 2020 beginnt das Jahr der Maus (鼠年 shŭnián) nach dem traditionellen chinesischen Kalender. Ähnlich wie im Abendland gibt es ein System von 12 Tierkreiszeichen. Jedes Jahr trägt den Namen eines von zwölf Tieren, denen gewisse Eigenschaften zugeschrieben wurden. Da das asiatische Mondjahr nicht mit unserem Kalenderjahr übereinstimmt, ist es wichtig, auf die genauen Daten unter den Jahreszahlen zu achten – besonders, wenn ein Geburtstag im Januar oder Februar liegt.

Maus oder Rattenjahre waren und sind:

  • 10. Februar 1948 bis 28. Januar 1949
  • 28. Januar 1960 bis 14. Februar 1961
  • 15. Februar 1972 bis 2. Februar 1973
  • 2. Februar 1984 bis 19. Februar 1985
  • 19. Februar 1996 bis 6. Februar 1997
  • 7. Februar 2008 bis 25. Januar 2009
  • 25. Januar 2020 bis 11. Februar 2021

Die Maus– bzw. Ratte – (für beide das gleiche Schriftzeichen: 鼠 shŭ) steht ganz am Anfang des chinesischen Tierkreises. Aber wieso findet sich ausgerechnet die Maus am Anfang des Zyklus und nicht etwa ein starkes Tier wie der Büffel? Oder ein magisches Tier wie der Drache? Ein Wettrennen legte einst die Reihenfolge fest.

Der mythologische Jade-Kaiser (Yù Dì 玉帝) wollte die Zeitrechnung vereinfachen. Da er selber nicht entscheiden wollte, welche zwölf Tiere in den Zyklus aufgenommen werden, sollten sie es unter sich ausmachen. Die Maus weckte die Katze, mit der sie damals noch befreundet war, nicht rechtzeitig auf, wie sie es eigentlich versprochen hatte. Daher verpasste die Katze das Rennen und ist seither der Maus in inniger Feindschaft verbunden.

Da die Maus nicht schwimmen und einen Fluss, der auf der Strecke lag, nicht überwinden konnte, kletterte sie auf den Rücken des Büffels, der auch am Rennen teilnahm. Dieser schwamm durch den Fluss. Kurz vor der Ankunft am anderen Ufer sprang die Maus vom Rücken des Büffels und kam als erste ins Ziel.

Alle ankommenden Tiere wurden mit einem Jahr im Kalender belohnt, und zwar in der Reihenfolge, in der sie eingetroffen waren. So kommt es, dass Chinesen weltweit am 25. Januar 2020 das Jahr des Schweins (猪 zhū) verabschieden und das Jahr der Maus willkommen heißen. Und der gesamte Zyklus wieder von Neuem beginnt.

Menschen, die in einem Jahr der Maus geboren sind, gelten sie als gewitzt, und scharfsinnig. Manchmal sind sie etwas gestresst, kommen aber so unter Umständen schneller ans Ziel. Mäuse werden meistens Fällen von ihren Mitmenschen gemocht, da sie dynamisch und optimistisch wirken. Jedoch können sie mitunter auch sehr dickköpfig sein.

Tipps zum chinesischen Neujahrsfest

  • Das Neujahrsfest wird auch Frühlingsfest (春节 chūnjié) genannt.
  • Das Fest hat einen vergleichbaren Stellenwert mit dem Weihnachtsfest in westlichen Kulturen.
  • Die Feiertage erstrecken sich über insgesamt 15 Tage. Ganz China befindet sich in diesen Tagen im Ausnahmezustand.
  • Man spricht von der größten Völkerwanderung weltweit, wenn sich 1,4 Milliarden Menschen gleichzeitig auf den Weg machen, in ihre Heimat zu fahren und ihre Familien zu besuchen.
  • Geschenke, ein Festessen und Feuerwerk sind unverzichtbare Bestandteile der Feierlichkeiten. Kinder bekommen oft einen roten Umschlag (红包 hóngbāo) mit Geld. Traditionell bereitet die Familie Teigtaschen (饺子jiǎozi) gemeinsam vor.

Gute Wünsche zum neuen Jahr sind:

  • Xīnnián kuàilè 新年快乐 – Frohes neues Jahr
  • Gōngxǐ fācái 恭喜发财 – Glück und Wohlstand.

Das Ende der Feiertage bildet das Laternenfest (元宵节 yuánxiāojié).

Wenn das aktuelle Tierkreiszeichen dem eigenen Geburtsjahr entspricht (本命年 běnmìngnián), gilt es als das Jahr des Unglücks. Um diesem zu entgehen,  trägt man etwas Rotes, rote Unterhemden, Unterwäsche etc., weil die Farbe Rot als Glücksfarbe angesehen wird. Aber Vorsicht: Nicht selber kaufen, sondern lieber schenken lassen!

Chinesen fliegen jedes Jahr wie Zugvögel nach Hause. Die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe sollen den reibungslosen Betrieb der „größten jährlichen Völkerwanderung“ gewährleisten und müssen während der Feiertage arbeiten.

Der Kurzfilm „Drei Minuten“ (三分钟 Sānfēnzhōng) des Regisseurs Peter Chan (陳可辛 Chén Kěxīn) erzählt von einer Mutter, die Zugbegleiterin ist und drei Jahre lang am Frühlingsfest nicht zu Hause sein konnte. Ihren noch in den Kindergarten gehenden Sohn kann sie drei Minuten auf dem Bahnsteig ihres Heimatorts sehen. Den größten Teil der drei Minuten zählt der Junge stolz das Einmaleins auf. Dieses hat er wochenlang geübt, um seiner Mutter zu zeigen, wie fleißig er war. Bei 9 mal 9 muss die Mutter aber schon wieder in den Zug steigen.

Der Film basiert übrigens auf einer wahren Geschichte.