Am 9. Juni berichtete der japanische Generalkonsul Takeshi Ito im OAI über ein Kernkonzept der japanischen Außenpolitik, das unter dem Schlagwort Free and Open Indo-Pacific bekannt geworden ist.
Spätestens die Schließung der Straße von Hormus hat die Bedeutung freier Wasserwege in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt. Es gibt jedoch viele weitere kritische Stellen, so etwa die weiter östlich gelegene Straße von Malakka und insbesondere das Südchinesische Meer. Daran Grenzen neben China viele andere Länder wie Vietnam, Malaysia, Indonesien und die Philippinen und völkerrechtlich handelt es sich um internationale Gewässer. Die Wasserwege dort sind von überragender Bedeutung für die Sicherheit und den Außenhandel von Japan und Südkorea. China beansprucht jedoch Souveränität über das gesamte Gebiet, was Spannungen mit den Nachbarländern zu Folge hat. Nach Generalkonsul Ito setzt sich Japan für freie und unbeschränkte Seewege ein sowie für einen freien Handel unbeeinflusst von politischen Erwägungen. Japan setzt weiter auf eine multilaterale Weltordnung, auch wenn diese durch die jüngsten Ereignisse unter Druck geraten ist. Eine lebendige Diskussion mit den Teilnehmern nach dem Vortrag, in der auch die Rolle Deutschlands und Europas für den Erhalt einer freien Weltordnung zur Sprache kam, rundete die Veranstaltung ab.
