Japans Mount Fuji – vom Müllberg zum Weltkulturerbe

Christine Liew

Kritik an Unesco-Auszeichnung
Japans Mount Fuji – vom Müllberg zum Weltkulturerbe

Focus-Online 23. Juli 2013

„Zum Weltnaturerbe hat es der höchste Berg Japans nicht geschafft, denn vor zehn Jahren türmten sich am Fuji noch die Müllberge. Nun hat die UNESCO den Vulkan zum Weltkulturerbe [世界文化遺産 sekai bunka isan] erklärt. Das Symbol Japans ist sowohl religiös als auch künstlerisch bedeutsam.

Das japanische Dreigestirn Geisha [芸者], Samurai [侍] und Fuji [富士山], hat den UNESCO-Ritterschlag erhalten: Ihr imposantestes Mitglied, der höchste Berg Japans, ist nun Weltkulturerbe. Während Geisha und Samurai eher in die Mottenkiste nostalgischer Schwärmereien gehören, hat der Fuji sich den Titel redlich verdient. Zwar lockt Japan weltweit mit dem Fuji und auch das Ostasieninstitut der Hochschule Ludwigshafen wirbt mit seinem Bild Studenten. Trotzdem ist der Berg weit mehr als nur ein Tourismusmagnet.

Sitz der Götter
Wie viele Berge in Japan gilt auch der Fuji als heilig und wird seit der Frühzeit als Sitz der Götter verehrt. Von hier oben den Sonnenaufgang zu beobachten, gilt als besondere spirituelle Erfahrung. Sonnengöttin Amaterasu [天照神]  ist schließlich die Ahnherrin Japans. Yamabushi [山伏], Bergasketen, praktizieren hier seit weit mehr als 1000 Jahren ihre Rituale.

Die Verflechtung der Religionen Japans sowie die von Mensch und Natur zeigen sich laut des Denkmalpflegebeirats der UNESCO in einer ‚Ehrfurcht vor dem imposanten Berg‘. An der Ehrfurcht könnte noch gearbeitet werden: Seit vor zehn Jahren der zum allerersten Mal ein Antrag auf Naturerbe an hässlichen Müllbergen und Toilettenmangel scheiterte, hat sich beklagenswert wenig getan. …“

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